Lernwerkstatt Zwickau e.V., Integrative Lerntherapie und Lernförderung


Rechnen


Das Phänomen "Rechenschwäche/Rechenstörung/Dyskalkulie u.ä." ist seit Jahrzehnten bekannt.

Ein Versagen in Mathematik bringt häufig die gesamte Lebensplanung durcheinander und ist manchmal ursächlich für die Entstehung seelischer Konflikte, die sich hartnäckig bis zur seelischen Behinderung ausweiten können.

Eine Rechenstörung ist eine individuelle, meist umfängliche, häufig schwere und nicht selten langfristige Beeinträchtigung.

Im ICD 10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen 1995) der Weltgesundheitsorganisation heißt es:

"Rechenstörung: Beeinträchtigung von grundlegenden Rechenfertigkeiten. Diese Störung beinhaltet eine umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten,die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden."


Wolfensberger (1981) beschreibt Rechenschwäche so: "Wenn ein Kind von normalem Intelligenzniveau im Rechnen durchgehend schwach ist oder darin völlig versagt, so kann es berechtigt sein, eine Rechenschwäche zu vermuten. Nicht jedes Kind, das schlecht rechnet, hat eine Rechenschwäche. (...) Es gibt auch nicht die Rechenschwäche, sondern so viele verschiedene Rechenschwächen, als es rechenschwache Kinder gibt. Keine gleicht exakt der anderen. Die Rechenschwäche ist ein abstrakter Sammelbegriff. Im konkreten Fall haben wir es mit der individuellen Rechenschwäche eines bestimmten Schülers zu tun."


Ist ein Kind von einer seelischen Behinderung bedroht oder liegt diese gar schon vor und ist hierfür ursächlich eine Schwäche im Rechnen zu vermuten, so kann im Regelfall eine ambulante Einzelfallhilfe dann wirksam sein, wenn sie die Stärken des Kindes bewusst nutzt, an der Überwindung bzw. Milderung der Schwierigkeiten beim Rechnen arbeitet und vor allem auf die Persönlichkeitsentwicklung (Ich-Stärke, Ausbildung von für das Kind effizienten Handlungs- und Kontrollstrategien, emotionale Befindlichkeit, Sozialverhalten ...) setzt.


Für den Begriff der Rechenstörung gibt es eine Reihe von Erklärungsansätzen, von denen einzelne mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen für unsere therapeutische Arbeit grundlegend sind:



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