Karo
Das Diagnostikum Karo ist in langjähriger Praxis lerntherapeutischer Arbeit und aus der Entwicklung inhaltlich verschiedener Formen individueller Tests zu Rechenstörungen bei Kindern entstanden. Bei der Testerarbeitung wurden fünf wesentliche Prinzipien zu Grunde gelegt.
- Die Rechenstörung, die zu den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten gehört, ist nicht direkte Folge anderer Krankheiten, kann aber zusammen mit diesen auftreten.
- Die Schwierigkeiten im Rechnen dürfen nicht auf eine unangemessene Beschulung oder auf Defizite im Hören, Sehen oder auf neurologische Störungen zurückzuführen sein (vgl. u. a. Remschmidt, H.; Schmidt, M.; Pousta, F. (Hrsg.) : Multiaxiales Klassifikationsschema, Verlag Hans Huber, 2002, S.281 ff.).
- Das individuelle Verständnis jedes Kindes vom Begriff der Zahl, seine Vorstellungen über Mengen, Mengen- und Rechenoperationen, seine individuellen Rechenstrategien und Vorstellungen über Zahlbeziehungen und seine Fertigkeiten im Umgang mit Größen werden über eine Einzeldiagnostik und ein dabei stattfindendes reflektierendes, den Lösungsprozess begleitendes Gespräch ermittelt.
- Basale Fähigkeiten, wie Motorik, Wahrnehmung, räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsvermögen und Aufmerksamkeit, aber auch soziales und emotionales Verhalten werden ermittelt und beobachtet.
- Neben einer Ergebnis- bzw. Fehleranalyse ist für die therapeutische Arbeit eine Analyse der individuellen Lösungsprozesse des Kindes und seiner spontanen Lernfähigkeit, also seines Vermögens zum unmittelbaren Transfer von im Verlauf des Gesprächs aufgezeigten Lösungsroutinen, ein wichtiger Aspekt.
Mit der jetzt vorliegenden Fassung wird eine elektronische Form dieses Einzeltests zur Charakterisierung einer Rechenstörung vorgestellt, die gegenüber dem herkömmlichen schriftlichen Verfahren wesentliche Vorteile bietet.
- Die Software ermöglicht eine relativ umfassende Datenerfassung und Datensicherung. Die Personendaten jedes Probanden, seine Testergebnisse und die zugehörigen Kommentare sind jederzeit elektronisch verfügbar. Der Proband arbeitet unmittelbar am Rechner. Die Bearbeitungsroutinen der Aufgaben am Rechner sind so aufbereitet worden, dass Kinder ab Klasse 1 diese erfüllen können, auch ohne Vorerfahrungen im Umgang mit einem Computer.
- Neben Anforderungen, bei denen die diagnostischen Aufgaben über den Rechner präsentiert und am Rechner bearbeitet werden, gibt es aus inhaltlichen Gründen eine Reihe von Anforderungen, die nicht computergestützt zu bearbeiten sind.
- Die Software bietet netzwerkgestützt während der Diagnostik die Möglichkeit, dass über einen zweiten Rechner diagnostische Kommentare zeitgleich eingegeben werden können. Nach Beendigung der Diagnostik stehen über den Server die Testergebnisse und der Kommentar zu den einzelnen Aufgaben zur Verfügung.
- Schließlich ermöglicht die Software, jede beliebig zu treffende Auswahl der computergestützt vorliegenden Aufgaben als Gruppentest mit mehreren Probanden durchzuführen.